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Dienstag, 2. Februar 2016

Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- )

Die Serie Girls handelt vom Alltag von vier jungen New Yorkerinnen, die Anfang bis Mitte Zwanzig sind und ihren Weg durchs Leben suchen. Wenig überraschend tauchen hierbei immer wieder verschiedene Drogenräusche (und selbstredend auch unzählige Liebesräusche) auf, wobei der Konsum von Alkohol und Marihuana selten eine besondere Inszenierung erfährt. Anders gestaltet sich die Darstellung des Kokainkonsums, der einen Handlungsstrang der dritten Episode der zweiten Staffel ("Bad Friend") darstellt. Interessant ist dabei schon die Rahmung des Kokaintrips: Hannah, Jungschriftstellerin und quasi Hauptprotagonistin der Serie, erhält eine Beschäftigung als freie Mitarbeiterin eines Onlinemagazins und dabei als ersten Themenvorschlag einen autobiographischen Erfahrungsbericht über Kokainkonsum. Hier werden starke Assoziationen an das Magazin Vice wach, welches von einem sehr subjektiven, lockeren Stil geprägt ist und in dessen Artikeln es auffällig häufig um das Thema Drogen geht (Link). Mindestens von Produzentenseite wird also in der jungen Leserschaft ein hohes Interesse an der Drogenthematik vermutet, Drogen sind nach wie vor ein Reizthema, das zieht.
Aber zur Inszenierung des Kokainrausches in Girls selbst: Nachdem Hannah, den Themenvorschlag annehmend, die Schwierigkeit des Zugangs zum Kokain mit Hilfe ihres Nachbarn Laird gelöst hat, konsumiert sie mit ihren Mitbewohner Elijah selbiges. Während ihrer Trips durchlaufen beide verschiedene Phasen, deren Zustände durch ihre überzeichnete Inszenierung von üblichen Klischees auffallen.
Abbildung 1: Beginn der Wirkung. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Abbildung 1 zeigt Screenshots aus der ersten Phase, Hannah und Elijah beginnen mit dem Konsum bereits am Nachmittag und halten sich entsprechend etwas ziellos in ihrer Wohnung auf. Das Kokain löst jedoch einen enormen Tatendrang in ihnen aus, dieser zeigt sich bei Elijah körperlich in vielen und schnellen Bewegungen, eine Unruhe erfasst ihn, die insbesondere in den platonischen Körperkontakt des Massierens mündet. Bei Hannah hingegen zeigt sich diese Unruhe eher geistig, im schnellen Sprechtempo listet sie eine große Anzahl oft absurd anmutender Pläne auf, die sie jetzt endlich einmal in die Tat umsetzen will. Diese Unruhe mündet dann auch, gesteigert durch Elijah, in einer ersten ungewöhnlichen Tat. Sie hält die Pläne als Teil ihrer Recherche mit einem Filzstift an ihrer Zimmerwand fest, wobei der erste Plan bezeichnender Weise das Züchten von Showhunden ist. Zwei Motive sind also auffällig, auf der einen Seite die dem Kokain typischer Weise zugeschriebene Provokation eines Aktivitätsdranges, auf der anderen Seite der häufig den Drogen zugeschriebene Bruch mit dem Alltag. So kann das wilde Beschreiben der Zimmerwand als Enthemmung der Alltagskonventionen angesehen werden.
Abbildung 2: Phase zwei des Kokaintrips. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

In der zweiten Phase befinden sich Hannah und Elijah bereits in einem Club, auffällig ist jetzt bei beiden der Bewegungsdrang, der sich wie in Abb. 2 deutlich wird in einem ironisch überzeichneten Schauspiel zeigt. Diese Ironie entsteht durch die wilde Bewegung des Oberkörpers bei gleichzeitigen Umklammern einer Halterung mit beiden Händen. Diese Umklammerung verweist darauf, dass sich beide dem Rausch noch nicht ganz hingeben, der Übergang hierzu vollzieht sich erst durch das Betreten der Tanzfläche. In ihrem Gespräch offenbart sich dabei eine weitere klischeehafte Wirkung des Kokains: Beide erfahren eine hohe Steigerung des Selbstbewusstseins, oder (negativ formuliert) eine Verzerrung der Selbstwahrnehmung; sie sind der festen Überzeugung das attraktivste Paar im Club zu sein. Dieses gesteigerte Selbstbewusstsein zeigt sich auch bei Hannahs Weg zur Tanzfläche, wenn sie so gut wie jeden auf ihrem Weg offensiv antanzt. Diese beiden Pole zeigen sich dann auch in Hannahs Tanzstil, der von hoher Aktivität und Selbstberührungen geprägt ist. Des Weiteren schreitet die Herauslösung aus dem Alltag weiter voran, Hannah tauscht mit einem Mann auf der Tanzfläche ihre Kleidung und trägt anschließend ein grell gelbes Netztop. Auch diese Handlung kann als Enthemmung gelesen werden, wenn sie etwa bei Austauschen der Oberteile keine Regungen macht ihren nackten Oberkörper zu verbergen und auch der Kleidertausch mit einer gerade erst gemachten Bekanntschaft wohl nicht wirklich alltäglichen Konventionen entspricht.
Abbildung 3: Phase drei: erste Enthemmung. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Die dritte Phase kann dann als Eskalation dieser Enthemmung gelesen werden. Diese zeigt sich schon bei der Form des erneuten Kokainkonsums: Wie Abb. 3 zeigt schniefen beide die Droge direkt von der Toilettenschüssel, ihre Gesichter sind dabei von einem verzerrten Grinsen geprägt. Ebenso werden ihre Bewegungen auf der Tanzfläche deutlich ausschweifender und erfahren auf der ästhetischen Ebene einen Bruch mit dem konventionellen Inszenierungsstil der Serie. Dieses zeigt sich auf der Tonebene durch die Ausblendung aller intradiegetische Töne, d.h. alle Geräusche wie z.B. Unterhaltungen werden getilgt und wir hören nur (vermutlich extradiegetisch) eingespielte Musik, deren Lautstärke im Vergleich zu der vorherigen Szene deutlich erhöht ist und die sich durch einen dominanten, progressiven Beat auszeichnet. Auch die Kameraeinstellungen sind sichtlich verändert, in Frontalperspektiven wird der Zuschauer mit Großaufnahmen von Hannah und Elijah konfrontiert, verbunden durch harte Schnitte. Gerade hier zeigt sich ein Unterschied zu den restlichen Folgen der Serie, die sich durch wenige Schnitte auszeichnen und sehr selten Nahaufnahmen einsetzen. Die Affekte der Figuren dominieren hier also deutlich die formale Gestaltung, verstärkt wird dieses durch den Einsatz von Zeitlupe. Auch die weiteren Kameraeinstellungen zeichnen sich durch eine hohe Nähe zu den Figuren auf, im Ganzen ist also auffällig, dass die Kamera ihr übliches, dezentes Auftreten hinter sich lässt. Eine mögliche These wäre hier, dass durch diese Art der Gestaltung die körperliche Enthemmung herausgestellt wird.
Abbildung 4: Phase vier: zwischenmenschliche Eskalation. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Die sozusagen geistige Enthemmung folgt dann in Phase vier, die mit einer deutlich unauffälligeren Kamera inszeniert wird. Auch wenn die Körper der beiden Figuren immer deutlich vom Kokaintrip gezeichnet sind (sie sind schweißnass, Kleidung und Frisur sitzen schief etc.), passiert das Interessante hier auf der zwischenmenschlichen Ebene. So beichtet Elijah Hannah, dass er vor kurzem mit ihrer Freundin Marnie geschlafen habe, was insofern irritiert, als dass sich Elijah vor geraumer Zeit als homosexuell outete. Es zeigt sich hier ein weiteres Klischee des Drogenkonsums, Elijah verliert seine Selbstbeherrschung und beichtet das im Alltag unterdrückte Geheimnis. Das Ganze ist drogentypisch inszeniert, da Elijah ausführt, dass er das Gefühle habe jetzt total ehrlich sein zu müssen. Hannah wühlt diese Information sehr auf, sie bekommt Hitzewallungen, woraufhin sie ihren Kopf unter einen Wasserhahn hält (Abb. 4) und anschließend unruhig und hektisch umherläuft.
Abbildung 5: Phase fünf: das Ende. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Es folgt Phase 5, das Ende des Trips. Elijah und Hannah befinden sich in einem Supermarkt, um nach Vitamintabletten zu suchen, Hannah ist immer noch in Rage über die neue Erkenntnis. Elijah regt diese Rage wiederum auf und er wirft Hannah vor egozentrisch zu sein; es wird also deutlich wie die Offenbarung der bisher unterdrückten Spannungen hier eine neue, umfassendere Stufe erreicht. Dieser Streit endet dann wiederum in einer kurzen körperlichen Eskalation: Hannah zieht Elijah für einen Kuss an sich heran, um ihn Sekunden später wieder wegzustoßen (Abb. 5.). Die Offenbarungen gehen dann munter weiter, Hannah sucht Marnie auf, um sie zu konfrontieren bzw. sich grundsätzlich mit ihr auszusprechen. Hiermit ist dann auch das Ende des Trips sowie der Folge erreicht, Hannah wirft Elijah aus der gemeinsamen WG. Interessant ist jedoch noch das Schlussbild der Szene, Hannah küsst ihren Nachbarn Laird, von dem sie das Kokain kaufte und mit dem sie jetzt, wie sie selbst sagt, aus Recherchegründen die Nacht verbringen will.
Abbildung 6: Im Rausch der Bilder. Quelle: Girls (Apatow Production/HBO, USA 2012- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.
Abschließend würde ich gerne jedoch noch kurz auf den zweiten Handlungsstrang dieser Folge eingehen, der in meinen Augen eine andere Art des Rausches darstellt. Marnie trifft in diesem den Künstler Booth Jonathan und begleitet ihn in dessen Haus. Dort führt er ihr ein Kunstwerk von sich vor, welches aus einer Art Zelle besteht, die turmartig aufgebaut ist und innen mit Fernsehern ausgestattet ist (Abb. 6). Er schickt Marnie in das Gebilde und schließt sie hier ein, anschließend prasseln aus allen diesen Bildschirmen verschiedene Bilder auf Marnie ein. Sie versucht Booth durch Schreien zum Ausschalten zu bewegen, dieser reagiert jedoch nicht. Auch diese Szene ist formal ungewöhnlich gestaltet, es gibt statische Nahaufnahmen auf Marnie sowie verzerrte und verwackelte Detailaufnahmen der Bildschirme, die durch einen hohen Schnittrhythmus verbunden werden. Nach geraumer Zeit wird Marnie, die sichtlich gezeichnet ist, von Booth freigelassen, woraufhin sie etwas unerwartet sein Talent lobt. In meinen Augen kann hier die Frage aufgeworfen werden, ob es sich parallel zum Kokainrausch hier um eine Art Medienrausch handelt, Marnie wird in den Rausch der Bilder geworfen und erleidet ähnliche Extremzustände wie Hannah und Elijah. In dieser Lesart würden uns also in der Folge zwei Rauscharten begegnen, in denen jeweils die Figuren ihren Alltag hin in Richtung Extremzustände verlassen, was u.a. auf formaler Ebene mit einem Bruch mit den Darstellungskonventionen der Serie korreliert.

Sonntag, 18. Januar 2015

"Entourage" (HBO, USA 2004-2011)

Von 2004 bis 2011 wurde in den USA die HBO-Serie Entourage gesendet, die sich - wie der Name schon andeutet - um den aufstrebenden Hollywoodstar Vincent Chase dreht, der versucht mit Hilfe seiner Schulfreunde Eric und Turtle sowie seinem Bruder Drama die Fallstricke und Anforderungen einer Karriere als Filmstar zu meistern. Neben kritischen Anklägen zelebriert die Serie zugleich ausgiebig das hedonistische Leben in Los Angeles. Nicht zuletzt wohl auch dem Bundesland geschuldet sind die vier Freunde in der Serie durchgängig am kiffen und nehmen rege am Nachtleben teil - sie sind also gut integriert in den rauschhaften Alltag Hollywoods. Nur selten wird der Drogenkonsum dabei kritisiert. So gibt es etwa eine Folge, in der Drama vor einem Dreh zuviel Marihuana konsumiert und anschließend eine Panikattacke erleidet. Auch diese Szene ist jedoch wie der Großteil der Serie komödiantisch angelegt.
Tiefergehende Risse erleidet die Darstellung der Vergnügungsgesellschaft jedoch erst kurz vor dem Ende der Serie als die Suchtgefahr übermäßigen Schmerzmittelkonsums in Verbindung mit anderen illegalen Drogen thematisiert wird. In den dazu gehörigen Folgen wird entsprechend die tragische Dimension deutlich hergehoben und tiefergehend nachgezeichnet, wodurch auch in diesen Folgen auch ein Bruch mit komödiantischen Filmstil zu erkennen ist (wie in der ganzen Serie wird auch hier ein scheinbar unumgänglicher 'Meilenstein' einer Schauspielkarriere nachgezeichnet: die Festnahme eines Stars mit Drogenproblem, die medial ausgeschlachtet wird und in dem Aufenthalt in einer luxuriösen Entzugsanstalt mündet, ein Motiv dass u.a. im Beitrag zu Californication bereits eine Rolle spielte).
In diesem Beitrag soll es jedoch um die fünfte Folge aus der fünften Staffel gehen, die den Namen "Tree Trippers" ("Die Reise ins Ich") trägt und 5. Oktober 2008 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Zu Beginn der Folge stehen die Freunde vor einer schwerwiegenden Entscheidung in Bezug auf Vinces Karriere: Er würde gerne in einem bestimmten Film mitspielen, steht jedoch in Konflikt mit dem produzierenden Studio; alternativ wurde ihm die Hauptrolle in einem Film über einem Hund angeboten, die er an sich aus künstlerischen Gründen ablehnen würde. Gefangen in diesem Dilemma, entscheiden sie, in die 'Wüste' zu fahren (damit ist der Joshua Tree National Park gemeint), um psychedelische Pilze zu konsumieren und so die wahre Entscheidung zu finden. Begleitet werden sie dabei von ihrem Agenten Ari Gold sowie dem befreundeten Eric Roberts.
Abbildung 1: Einnahme der Pilze. Quelle: "Entourage" (HBO, USA 2004-2011). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.
Abb. 1 zeigt die Einnahme der entsprechenden Pilze. Hierbei zögert zumindest Ari einen kurzen Moment und weist auf seine Angst vor Kontrollverlust als Wirkung der Pilze hin. Auf seine Einwände wird allerdings nicht weiter eingegangen, stattdessen fügt er sich dem Gruppendruck und konsumiert auch Pilze. Dem gegenüber stehen die Ausführungen Eric Roberts, der als eine Art Guru inszeniert wird und durch sein expressives Spiel auffällt, dem immerzu ein Moment der Unberechenbarkeit innewohnt. Die Wirkung beginnt dann langsam einzusetzen, wobei der Prozess fast unmerklich vor sich geht, wie auf dem rechten Bild deutlich wird. Die Umgebung wird als menschenverlassene Gegend inszeniert, wozu oft auf Totale zurückgegriffen wird. Die Betitelung als Natur ist jedoch auch interdiegetisch immer schon gebrochen, so ist deutlich ein ironischer Unterton zu hören, ebenso bleibt etwa Aris Handy intakt, es kommt lediglich zu vereinzelten Empfangsstörungen.
Dennoch wird der Ort programmatisch für das Verhalten der Figuren. So stellt der Nationalpark einen Grenzort zwischen Natur und Kultur dar. Auf der einen Seite ist er naturhaft in dem Sinne, als dass er der Umwelt ein Schutzgebiet vor dem Eingriff des Menschen bietet. Auf der anderen Seite ist dieser Naturcharakter jedoch insofern inkonsequent, als dass der Park als solcher klar umgrenzt ist, d.h. im Ganzen der Natur ein freies Wachstum nur innerhalb bestimmter Zonen zugestanden wird. Außerdem steht er natürlich unter dem Einfluss der vom Menschen geprägten, d.h. kultisierten, Umgebung, oftmals soll er sogar die dort betriebenen Naturschäden wie die Verschmutzung der Luft ausgleichen. Er wird nun insofern programmatisch für die Figuren, als dass diese sich auch immer stärker aus konventionalisierten Verhaltensmustern hinausbewegen, diese jedoch zugleich nie gänzlich verlassen.
Abb. 2: Ari zwischen Rausch und Alltag. Quelle: "Entourage" (HBO, USA 2004-2011). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Dieses zeichnet sich am deutlichsten in dem Verhalten Aris ab. Fast blitzartig wechsel er zwischen berauschtem und rationalem Zustand. Dieses zeigt sich u.a. in den ersten beiden Bildern von Abb. 2, Ari telefoniert mit seiner Familie und versucht dabei ernsthaft und fokussiert zu bleiben, zwischendurch schweift er aber immer wieder unkontrolliert ab und schaut bspw. fasziniert in die Sonne. Hier zeigt sich auf der einen Seite die starke Wirkung der halluzinogenen Pilze, der Konsument verliert in Teilen die Kontrolle über seine Wahrnehmung und seine Handlungen. Auf der anderen Seite werden hiermit zugleich Aussagen über die Wirkungsweise der Droge gemacht. Das Schauen in die Sonne oder auch die irritierte Betrachtung der eigenen Hände sind Symptome einer deutlich veränderten Verarbeitung der Sinneswahrnehmungen. Konkret scheint in dem Konsumenten eine neue Empfindlichkeit zu entstehen, die sich in einer qualitativen Veränderung der sinnlichen Weltrezeption wie auch in der mangelhaften Selektion dieser Eindrücke widerspiegelt. Diese Überempfindlichkeit zeigt sich dann als Überwältigung, hier taucht also der Konflikt zwischen Natur und Kultur in gewisser Weise wieder hervor. Die extreme Intensität der Weltrezeption kann als eine tendenzielle Symbiose mit der Natur gedeutet werden, der Mensch erkennt die Schönheit der Natur und durchfühlt sie ekstatisch. Dem steht das kulturell tradierte Verhalten gegenüber, welches u.a. durch Selektionsprozesse und Distanznahme die Natur nur unter funktionellen Deutungsmustern wahrnimmt, die so z.B. situativ die Sinneseindrücke quasi ausblenden. Durch die psychoaktive Substanz kommt es bei Ari also zum Wechsel dieser beiden Wahrnehmungsarten, der parodistisch überzeichnet abgebildet wird.
Abb. 3: Überzeichnete Rauschszenen. Quelle: "Entourage" (HBO, USA 2004-2011). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.
Diese kommödiantische Ausrichtung zeigt sich auch in anderen Szenen der Folge. So stellen die ersten beiden Screenshots in Abb. 3 Auszüge aus einer Situation dar, in welcher Drama einen Stein für den Hund der Gruppe hält. Ähnlich kommödiantisch überzeichnet ist die Szene des dritten Bildes, in der Vince den Filmtitel des 'Hundesfilms' immer wieder überbetont ausspricht, um so eine intuitive Entscheidung für oder gegen den Film fällen zu können. Die durchaus auch als negativ wahrnehmbaren Wirkungen wie die Halluzinationen werden dementsprechend auch eher amüsant dargestellt. Diese ironisch überzeichnete Pathetik der Wanderschaft der Protagonisten (auf dem letzten Bild von Abb. 3 sehr deutlich erkennbar etwa in dem blendenden Gegenlicht der Abendsonne) findet erst ganz am Ende der Folge in eine gewisse Ernsthaftigkeit zurück, wenn Vince auf dem Rückweg aus der Wüste eine Art Vision hat und die Entscheidung für einen der Filme fällt. Diese Szene wird damit auch zur Verschmelzung von Kultur und Natur, Nüchternheit und Rausch: die Halluzination tritt im kulturalisierten Gebiet der Straße auf, wodurch sie auch Wirkmacht in dieser Sphäre erhält und so durch ihre entscheidungstragende Bedeutung die Differenz zwischen beiden Welt zumindest für einen Moment außer Kraft setzt. Somit glückt die 'ganzheitliche' Lösung der für die Lebensplanung schwerwiegenden Frage in diesem Sinne.

Dienstag, 18. November 2014

"True Detective" (HBO, USA 2014- ) (I)

Anfang dieses Jahres hat die Serie "True Detective" (HBO, USA 2014- ) viel Aufsehen erregt. Sie handelt von der Jagd auf einen Serienmörder durch die Polizisten Rustin „Rust“ Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson). Sie spielt hierbei zunächst - kurz gesagt - in zwei zeitlichen Ebenen: Auf der einen Seite wird die damalige Jagd auf den Serienmörder präsentiert, auf der anderen Seite sieht man die beiden Polizisten diverse Jahres später in einer Befragung zu dem Ablauf eben dieser Tätersuche. Besonders interessant für das Thema des Rausches ist die Figur Rust, wobei durch die verschiedenen zeitlichen Ebenen gerade seine wechselhafte Drogen- bzw. Suchtkarriere zu Tage kommt. Die Figur wird gleich in den ersten Szenen auffällig eingeführt:
Abbildung 1: Einführung von Rust. Quelle: "True Detective" (HBO, USA 2014- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.

Die ersten vier Abbildungen illustrieren den ersten Auftritt Rusts; in dieser Szene erzählt Martin in einer Analepse den ersten Besuch von Rust bei Martins Familie. Auffällig ist, dass man die Figur nur von hinten sieht, anschließend begleitet eine schwankende Kamera den schwankenden Gang der Figur zum Haus. Hierzu erzählt Martin, dass Rust sehr betrunken war und attestiert ihm grundsätzlich einen merkwürdigen Charakter. Hier werden also das Motiv des Außenseiters verbunden mit dem Motiv des Alkoholikers eingeführt. Diese werden dann durch den nächsten Auftritt Rust verstärkt, zu sehen auf den unteren beiden Bildern. Die langen, grauen Haare, der auffällige Bart, die Tätowierungen auf dem Unterarm sowie das Rauchen trotz Rauchverbots unterstützen dieses Bild eines wilden Lebens jenseits normierter gesellschaftlicher Ordnungen. Auffällig auf visueller Ebene ist, dass die Kamera, genau wie bei der Einführung Martins, hier die Optik der diegetischen, minderwertigen Digitalkamera einnimmt, die das Gespräch aufzeichnet. Deutlich zu erkennen ist die Unschärfe am Rand sowie das grobkörnige Bild in Vergleich zu den restlichen Kameraaufnahmen der Serie. Auf der einen Seite erscheint die Kamera durch die simulierte Störung für den Zuschauer dadurch sehr authentisch, als würde es sich bei der Aufnahme um ein reales Artefakt handeln. Auf der anderen Seite bleiben die Figuren in ihrer visuellen Erscheinung so zunächst unscharf und werden mit den hochauflösungen Bildern von ihnen aus dem früheren Zeitstrang konfrontiert; erst später in der Serie wird die Kamera auch in den Verhören die diegetische Kamera und damit die Störungseffekte hinter sich lassen.
Ganz grundsätzlich zeichnet sich die Figur des Rusts durch das markante Schauspiel McConaugheys aus, der der Figur passend zu ihrer inhaltlichen Geschichte einen sehr auffälligen Stil verleiht. Die Figur sticht so innerhalb der Serie als Außenseiter heraus, der ein einsiedlerisches, isoliertes Leben führt und sich auch durch seine Kleidung, seine Haltung etc. inbesondere von seinen Kollegen abgrenzt. Diese verweisen so u.a. immer wieder auf seine Abstammung, da er im Gegensatz zu den anderen aus Texes stammt. Ähnlich auffällig ist der Schauspielstil McConaugheys in Abgrenzung zu der Anlage des Schauspiels der meisten anderen Figuren, auch hier ist der Moment des Bruches und des Abweichens der entscheidende (oberflächlich lassen sich die meisten anderen Schauspielstile als realistisch bis naturalistisch beschreiben).
Erste Andeutungen hierfür zeigen sich in Abb. 1: Man erkennt den starren, stoischen Blick, die versteinerte Mimik und den ausdruckslosen Mund. Diese Ansätze zeichnen sich immer deutlicher sowohl in der Kontrastierung zu den anderen Figuren wie auch zwischen "jüngeren" und "älterem" Rust ab:
Abbildung 2: Gegenüberstellung "junger" und "alter" Rust. Quelle: "True Detective" (HBO, USA 2014- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.
Auffällig sind direkt auf den ersten Blick das abweichende Make-Up (Hautstruktur, Haarfarbe, Tätowierung) und die abweichende Kleidung. In dem Schauspiel selbst finden sich verstärkende Konstanten. So fällt die minimale Mimik auf: die Stirn ist faltenlos, der Mund bewegt sich dezent. Ähnlich die Gestik, die schwerfällig, träge agiert und beim "alten" Rust höchstens durch überkontierte Geste auffällig ist. Dieses korrespondiert mit dem starren, stoischen Blick, der sich auch bei Kopfbewegungen nicht verändert. Dieser Blick vollzieht einen sehr eigenen Stil: So schwankt er zwischen starren Blicken, entweder direkt in das Gesicht des Gegenübers oder ins Leere. Gerade die vielen, "zähen" Blicke ins Leere verweisen auf die Introvertiertheit, die Ausrichtung nach Innen der Figur wie auch des Schauspiels. Die (mutmaßlich) vom sehr hohen und regelmäßigen Alkoholkonsum ausgemergelte Haut erscheint fast ledern. Dieses hängt mit der quasi nicht vorhandenen Mimik zusammen, ebenso mit den im Verlauf der Zeit immer hohleren Wangen und immer tiefer hängenden Augenlidern.
Fast wie bei einem Nussknacker öffnet sich der Mund starr nach unten, hervorquillt eine raue Stimme, der Blick bewegungslos alternierend, wobei er gerade bei den zunehmenden Vorträgen immer öfters starr ins Leere geht. Hier zeigt sich eine immer dickere, zähere, trägere Haut, d.h. allgemeiner eine körperliche Ausprägung, die immer schwerfälliger die inneren Geschehnisse nach außen dringen lässt. Sie werden immer mehr absorbiert vom steinern werdenden Äußeren. Nur der Blick und die Stimme dürfen frei agieren, wodurch sich die Aufmerksamkeit auf sie fokussiert; sie werden dominant bedeutungstragend.
Als mögliche Ursache kann das Versinken in sich selber, in die Betäubung des Alkohols angesehen werden. Der Alkoholiker, als ein solcher der "alte" Rust bestimmt werden kann, hat einen beschleunigten körperlichen Verfall, seine Bewegungen werden träger und oft verliert sich sein Blick ganz im dichten Schleier der zunehmenden Ablagerungen des Alkoholrausches. Nur Überakzentuiertes vermag es diesen Schleier zu durchbrechen.
Diesem Verfall steht die scheinbar ungetrübte geistige Fähigkeit Rusts gegenüber. Entscheidend ist hier eben das Spiel, welches Auge und Stimme in der steinernen Maske entfalten können. Wobei gerade der Blick sein Balancieren auf dem Abgrund präsentiert, wenn er zwischen dem leeren Blick, d.h. des Sturzes in sich selbst, und dem zupackenden, beinah krallenden Blick in das Gesicht des Gegenübers schwankt. Die nach Innen Gerichtetheit kann sich dann in ihrer Pathetik auszeichnen, das nach Außengerichtete in der dramatisierten Darbietung (oftmals banaler) sog. Lebensweisheiten, die dem Anderen als bahnbrechende Einsicht präsentiert werden.
Abbildung 3: Rauschzustände "junger" Rust. Quelle: "True Detective" (HBO, USA 2014- ). Zusammenstellung von Henrik Wehmeier.
Der Bick und die Augen werden entsprechend gerade bei "jungen" Rust zum Hauptmerkmal des Rausches. Der Blick sackt endgültig ab, die Augen werden glasig. Hinzu kommen die Signale der zusammen gesackten Haltung in der einen Szene. Filmisch zeigen sich diese Ernsthaftigkeit sowie die Abgründigkeit bereits beim "jungen" Rust durch den unverkennbaren starren Blick sowie die Abbildung des verdunkelten Spiegelbildes seines Gesichts. Der Konsum von Alkohol, wie auch von anderen Drogen, dient also bereits hier der Betäubung. Es geht weniger um die Verstärkung oder auch die Provozierung euphorischer Gefühle, vielmehr erscheint er als abgestumpfte Persönlichkeit, die die Trunksucht keineswegs zelebriert, sondern eher sachlich gelassen vollzieht.
Weiterhin ist auffällig, wie die genannten Aspekte der Ernsthaftigkeit und der minimalen Mimik gerade durch die zeitliche Konfrontation der beiden Zeitebenen ihre Konnotation verändern. Könnte man sie beim "jungen" Rust durchaus noch positiv deuten, als Zeichen von tiefreichender Intelligenz und Weisheit oder auch als Makelosigkeit des Aussehens (ein möglicher Verweis auf das frühere Image McConaugheys), besteht in Anbetracht des "alten" Rusts kein Zweifel mehr, dass sie Vorboten der gegerbten Haut und des Einsiedlertums sind. Sie verweisen auf eine Figur auf den Weg in den Abgrund, deren Körper wie ein steinerner Kokon in immer dunklere Tiefen herab gezogen wird; die Risse, durch welche Stimme und Augen hevorstrahlen sind im Widerschein der Zukünftigkeit keine Auflösungstendenzen dieses Kokons, sondern gnadenvolle Lichtblicke. Der Rausch ist entsprechend kein Ausbruch, nur Stoß nach unten. 

Montag, 27. Oktober 2014

"Californication" (Showtime, USA 2007-2014) (I)

Die letzten Jahre eroberte eine Art Wiedergänger von Bukowskis Alter Ego Henry Chinaski den TV-Bildschirm: Hank Moody. Verkörpert von David Duchovny versucht dieser in der Serie Californication (Showtime, USA 2007-2014) als Schriftsteller in Los Angeles sowohl seine Karriere als auch diverse private Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Sein Organismus ist hierbei nahezu permanent von Alkohol und anderen Drogen durchtränkt, was im Ganzen seine Probleme eher vergrößert denn verringert. Die Serie liefert also jede Menge zum Nachdenken, beispielhaft möchte ich an dieser Stelle auf die sechste Staffel eingehen, welche Anfang 2013 in den USA ausgestrahlt wurde.
Die Staffel ist insofern interessant, als dass sie zu einer sehr differenten Darstellung des Drogenrausches kommt, wodurch sie sich in Teilen auch von den vorherigen Staffeln abgrenzt. So ist, verkürzt gesagt, gerade der Alkohol nicht nur eine der ältesten Drogen, sondern heutzutage in der westlichen Gesellschaft gleichzeitig sehr weit verbreitet und auch weitestgehend akzeptiert. Dem gegenüber steht das Bewusstsein der Problematik des Alkoholismus sowie die Ächtung in stark islamisch geprägten Ländern. Diese konträren Ansichten durchziehen auch Californication, wobei ich gerade in den frühen Staffel immer etwas das Gefühl habe, dass der Alkohol zwar auf der einen Seite die Probleme des Protagonisten verschärft, also ein tragisches Potential birgt, zugleich im Großen und Ganzen das Leben von Hank jedoch durchaus positiv dargestellt wird. So bleiben zwar seine familären und z.T. auch künstlerischen Krisen als Konstate über die Staffel hinweg erhalten, abseits davon lebt er jedoch ein kurzweiliges, hedonistisches Leben. So wird sein Alltag zumeist glorifiziert dargestellt, er ist ein Frauenheld im Stile Don Giovannis, inszeniert sich als lässiger Rebell gegen den schönen Schein Hollywoods und sein künstlerisches Talent ist zweifellos. Die negativen Momente sind also zumeist Umgeben vom kurzweiligen Leben, was auch als Kritik an Hollywood verstanden werden kann, in dessen Oberflächligkeit der Protagonist sich immer stärker verstrickt.
In diesem Sinne ergeben sich Ähnlichkeiten zu Bukowski: Der Protagonist leidet zwar auch an seinem Alkoholkonsum, gleichzeitig wird dieser aber als Artefakt des Außenseiters dargestellt, als Instrument dem spießen Leben zu entkommen. Der Rausch wird zum Akt des Widerstands, zumindest im Blick des Helden, der die dunklen Seiten resignativ gelassen hinnimmt. Die Darstellung des Rausches partizipiert hier immerzu an tradierten Künstleridealen: Der Rausch wird dem Künstler als Inspirationsmittel gestattet. Dieses verbindet sich dann bei Bukowski und Moody mit dem Motiv des Außenseiters, wird zur Betäubung, um die gesellschaftlichen Zustände zu ertragen und sich ihnen zu entziehen. Aufflackernde Momente wie die Impotenz Chinaskis oder die instabile Familienkonstruktion Moodys werden so zu Vorausdeutungen des tragischen Schicksals, als Bürde der Künstlerexistenz sind sie stoisch zu ertragen; die Frage nach Nüchternheit in letzter Konsequenz nicht denkbar. Diese Inszenierung des Alkoholrausches, wie ich sie in großen Teilen auch in Californication ausmachen würde, erleidet dann aber zu Beginn der sechsten Staffel ihren Schiffbruch:
Abbildung 1: Negative Konsequenzen des Alkoholmissbrauchs Hank Moodys. Quelle: Screenshots aus der sechsten Staffel von "Californication" (Showtime, USA 2007-2014), zusammengestellt von Henrik Wehmeier.
Abbildung 1 zeigt hier beispielhaft den Verfall Moodys, ausgelöst durch seinen ausschweifenden Alkoholismus. Er vernachlässigt seine Hygiene (ausgedrückt durch den Gesichtsausdrucks Charlies), kann sich nicht mehr selbst entkleiden und uriniert statt in die Toilette in eine Flasche, aus der er daraufhin irrtümlich trinkt. Sinnbildlich zeigen die Szenen also den Verfall des Heldens; er ist nicht mehr in der Lage, sein Leben selbstbestimmt zu führen und bewegt sich rasend auf den Untergang zu. Filmisch wird dies unter anderem durch die Köperhaltung Hanks ausgedrückt. Die weiten Einstellungen zeigen seinen ganzen Körper, der niedergeschlagen bzw. stark gekrümmt ist, in jedem Fall haltungslos. Der Versuch, diese körperliche Beugung durch die demonstrative Haltung beim Trinken zu vertuschen, persifliert sich durch den Konsum des eignen Urins selbst. Das Gesicht verzerrt sich, der Körper verliert erneut seine Spannung. Nebenbei bemerkt findet hier auch eine Wechsel der Charaktersierung statt: Ist es sonst in der Serie eher Charlie, der im klassischen Slapstick-Stil als kommödiantischer Gegenpol zum dominanten Hank fungiert, ist es in diesen Szenen Hank, der sich bloß stellt.
Abbildung 2: Hank zu Beginn seines Entzugs. Quelle: Screenshots aus der sechsten Staffel von "Californication" (Showtime, USA 2007-2014), zusammengestellt von Henrik Wehmeier.
Diese Bloßstellung, welche das Image des stoischen Außenseiters abstreift, findet seinen Höhepunkt mit dem Eintritt Hanks in eine Entzugsklinik. In Abbildung 2 erkennt man sein entstelltes Gesicht, dass im Kontrast zu dem vorher immerzu souverän auftretenden Frauenhelden steht, und auch die anschließende Totale präsentiert ihn als verloren. Inmitten einer weißen Umgebung und vor traumhafter Kulisse wirkt er, nur mit einer schwarzen Unterhose begleitet, wie ein Gefallener.
Zu diesem Zeitpunkt sollte also kein Zweifel mehr bestehen, was der Alkohol aus Hank gemacht hat. Inhaltlich ist dieser Niedergang durch die Geschehnisse in der vorherigen Staffel motiviert; Hank fühlt sich moralisch verantwortlich, da er seine Freundin harsch abservierte, deren Obsessivität sie daraufhin in eine fatale Lage führte. Dieser Funktionswandel des Alkoholkonsum könnte auch eine Erklärung für seine abweichende Darstellung sein: War er vorher ein Ausdrucks seines Widerstands gegen die Gesellschaft, wird er hier zum Mittel zur Kompensation des erlittenen Traumas, er verbindet sich also mit einer psychischen Disposition. Diese Erklärung würde dann wieder auf die zuvor beschriebene Inszenierung des Alkohols in Californication zurückweisen: Im Ganzen wird der Alkoholkonsum positiv dargestellt, lediglich in einzelnen Szenen kommt es zur kritischen Reflektion, deren Reichweite jedoch durch den Kurzschluss mit tieferliegenden Problemen stets begrenzt bleibt, in diesem Fall der psychischen Verletztung des Protagonisten.